Greenham Hall – Bed & Breakfast in Somerset

Wer bei Caro und Peter zu Gast ist, hat das große Los gezogen. Mitten im abgeschiedenen Somerset, gute zehn Kilometer von Taunton liegt auf einer Anhöhe in einer Biegung des Flüsschens Tone Greenham Hall. Es ist der Inbegriff eines viktorianischen Gruselkastens, ein Schloss von einer Unterkunft. Das Herrlichste ist allerdings die Ruhe. Und die Aussicht. Und die Wirtin.

Caro zuzuhören, wie sie und Peter vor Jahrzehnten das heruntergekommene, völlig entkernte Gemäuer von einem Möbellager wieder zum Herrenhaus umgebaut haben, oder wie sie sich für die Reparaturen am großen Fenster in der Halle das Bleiverglasen selbst beigebracht hat (das Ding hat wirklich Kathedralengröße!), ist allein schon die Reise nach Greenham wert. Von den vielen Tagezielen in der Umgebung – darunter Exmoor, Dartmoor, die Black Mountains und einige meiner Lieblingsgärten wie Tintinhull, Hestercombe oder das atemberaubende Coleton Fishacre im Süden – ganz zu schweigen. Buchen, hinfahren genießen. Hier ist der Kontakt.


Schönheit, Sanftmut, Sinnlichkeit – »Lei e Lui«

Was schmeckt, was schön ist, was Bestand hat, ist hier zu Hause. In der Wilsnacker Straße 61 betreiben Karin Kaiser und Sebastiano Rucci seit fünf Jahren ihr Bio-Restaurant »Lei e Lui«. Mitten in Moabit. Perlen vor die Säue, finden manche. Tatsächlich aber teilen wir mit Karin und Sebastiano ihre Liebe zu einem Ort, an dem Berlin noch ganz Berlin ist. Und immerhin hat die Lage weit vom Schuss der Ausgehwelt dazu geführt, dass man immer noch einen Tisch bekommt, obwohl sich die Gastrokritiker überschlagen – von Berliner Zeitung bis zum RBB Kulturradio und von Arte bis zu Gourmetmagazinen.

Wie Sebastiano serviert? Mit großem Herzen, sizilianisch, familiär. Wie ein Mensch. Wie Karin kocht? Unbeschreiblich. Wir versuchen’s erst gar nicht. Nur so viel: Unter den vielen, vielen Gerichten, die wir über die Jahre hier bestellt haben, war jedes ein Gaumenerlebnis. Unser Favorit sind immer noch die Conchiglie in einer Sauce aus Fenchelgemüse, Mascarpone, Anislikör, Lachs, Forelle und rosa Pfeffer. Auch die Desserts sind so wunderbar sündhaft wie sie aussehen. Oder die Antipasti! Oder die Salate! Oder die Pastinakengnocchi! Oder…

Wir überschlagen uns? Schon gut, schon gut. Gehen Sie hin, essen Sie was, genießen Sie den Abend, und dann erklären Sie uns mal, wie man da nicht in Euphorie verfallen soll.

Zur Website des „Lei e Lui“


Jani Pietsch »Planeten Phthalogrün«

 

Wenn man Jani Pietsch googlet, landet man meist bei Seiten, die sich mit ihrer Arbeit als couragierte Historikerin beschäftigen. Die wenigsten wissen, dass Jani auch malt. Mitten in Schöneberg hat sie ihr Atelier, das sie sich mit Isabel Mertel teilt, und in dem die beiden Künstlerinnen ihre Werke auch gern zeigen.

Die »phthalogrünen Planeten« sind das Ergebnis eines Besuchs in Argentinien. Am Rand der Kordilleren blickte Jani auf Pools, deren Farbe sie seither mit Pinsel, Spachtel, Lappen und Kratznadel in Öl und Acryl nachspürt.

Wahrscheinlich gibt’s mittlerweile wieder ganz andere Sachen zu sehen, wenn Sie das Glück haben, eine von Janis nächsten Ausstellungen zu erwischen. In einem sind wir aber sicher: Sehenswert werden auch die neuen Bilder sein.

Wer’s genauer wissen will, findet jetzt aktuelle Daten und Termine auf Janis Website www.janipietsch.de


Jakob Kupfer »Lichtbilder«

Sicher. Jakob Kupfers oft großformatige Farbdrucke sind dekorativ und technisch exquisit.

Wäre das alles, wäre es kaum eine Notiz wert. Wer indes einmal vor einem Originalprint von Kupfer stand, weiß, dass die verschwommenen Quadrate weit mehr sind als schicke Accessoires.

Henri Cartier-Bresson hat Fotografie als die Kunst des entscheidenden Moments bezeichnet. In den Lichtbildern von Kupfer lösen sich Zeit und Raum auf.

Sie sind Spiegelbilder vergangener Momentaufnahmen, die im Kopf des Betrachters schlummern. Liefern vage Anhaltspunkte, die man nicht ohne eigenes Zutun entziffert, und die deshalb für jeden zu anderen, eigenen Bildern gerinnen.

So flüchtig wie seine Fotos ist übrigens auch der Meister selbst: Selbst auf seinen Vernissagen bekommt man ihn selten zu Gesicht. Wenn Sie mehr über Jakob Kupfer wissen wollen: Sprechen Sie mit Nikolaus Fürcho. Er hat für Deutschland die Vertretung Kupfers übernommen.

Jakob Kupfers Lichtbilder im Netz


Wilkins Knives

Hand aufs Herz:
Als Kevin mir vor fünfzehn Jahren das erste Mal sagte, dass er Messer machen wolle, dachte ich:
Was hat Dich denn gebissen?

Das änderte sich ruckzuck – als ich das erste Mal eins seiner Messer in Händen hielt.

Mittlerweile hat er sich mit den edlen Stücken international einen Namen gemacht. Und Türkisch gelernt, weil er meint, dass man die Einheimischen verstehen sollte, wenn man im Berliner Wedding eine Werkstatt hat. Guter Ansatz.

Kevin Wilkins designt die Messer nicht nur, er stellt sie auch her. In aufwändiger Handarbeit und mit einem hübschen kleinen Maschinenpark, den er sich nach und nach angeschafft hat.

Schauen Sie sich unbedingt auf seiner Website www.wilkins-knives.com an, was unter seinen Händen so alles entsteht: Es sind Preziosen.

Und wenn Sie erst einmal mit einem Wilkins Knife in der Küche (oder im Wald oder in der Sonora) rumgefuhrwerkt haben, verstehen Sie auch, warum es im Supermarkt Messer für nen Appel und ein Ei gibt, und warum Kevins Messer kosten, was sie kosten. Sie werden keinen Cent bereuen.


Polen

Polen lebt die Karambolage der Zeiten:

Die Feldaltäre zu Fronleichnam, die man einen Steinwurf vom nächsten Drive-In aufbaut; Träume vom Paradies, die nicht immer aufgehen; betuliche Gardinen, mit denen man den Ausblick in der Plattenbausiedlung genauso rahmt wie in noch nicht renovierten Altstadthäusern; die uniformierten Parkwächter im Lazienki Park, die das 19. Jahrhundert widerhallen lassen; der Warschauer Bauboom, der das alte Praga frisst; die Weite Masurens, in der kein Mensch eine Uhr bräuchte; die junge Designerszene im Gemäuer der alten Wodkafabrik; Bildstöcke in Hinterhöfen mit ihrer kitschfreudigen Farbsucht; die Korridore des Transports, an denen das traditionelle Landleben ungebremst in die Warenströme der Neuzeit rast, und natürlich vorneweg: die Nonchalance, mit der man Milchkaffee unter Cola-Schirmen aber mit Blick auf Lenin serviert.

Wenn Sie noch nicht da waren: Jetzt ist die Zeit!